26. September 2017 | 19:53
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„Friedensnobelpreis“träger Barack Obama

Das Weiße Haus hatte zum Jubiläum keine Pressemitteilung veröffentlicht – und auch der damalige US-Präsident Barack Obama twitterte lieber mal nichts. Es gab auch wenig zu feiern: Seit dem 6. Mai 2016 war Barack Obama offiziell der US-Präsident mit den meisten Kriegstagen, dass berichtet die „New York Times“.

Die USA führten unter der Regierung Obamas seit dessen Amtsantritt am 20. Januar 2009 bis zum Ende seiner Amtszeit 2922 Tage Krieg in verschiedenen Ländern. Also seine komplette Amtszeit über war unser Friedensnobelpreisträger im Krieg. Zuvor hielt Obamas Vorgänger George W. Bush mit 2662 Tagen den traurigen Rekord – vom Beginn des Afghanistankrieges am 7. Oktober 2001 bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2009.

In welchen Ländern kämpfen die USA derzeit?

US-Kräfte sind derzeit in insgesamt sieben Ländern im aktiven Einsatz: Afghanistan, Irak, Pakistan, Somalia, Jemen, Libyen und Syrien. Aber nur in Afghanistan sind Soldaten mit einem offiziellen Mandat im Einsatz, in den meisten anderen Ländern fliegen die USA Luftangriffe oder entsenden Drohnen.

Syrien, Libyen und der Jemen waren unter Obama neu hinzugekommen – Bush hatte zuvor bereits in den anderen vier Ländern gekämpft.

Der US-Präsident war einst mit dem Versprechen ins Amt gekommen, Amerikas Kriege zu beenden – nun führt er mehr als zuvor. Kritiker sagen daher, dass er den Friedensnobelpreis 2009 noch vor seiner Amtszeit nicht verdient hat.

Daniele Ganser wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Vorgänger Trumps, Barack Obama während seiner Amtszeit alleine 2016 stündlich drei Bomben abwerfen ließ, total 26’000 Bomben, während sein Nachfolger bisher noch keinen einzigen Krieg angefangen habe.

Weit mehr als 500-mal genehmigte US-Präsident Barack Obama den Abschuss tödlicher Drohnen auf mutmaßliche Terroristen. Also Todesurteile ohne Anwalt und einer Chance sich zu verteidigen. Die neueste und genaueste Studie stammt von der angesehenen britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve, die ihre Zahlen der britischen Tageszeitung The Guardian zur Verfügung gestellt hat. Die Experten von Reprieve haben bis Ende November 2014 Drohnenattacken auf 24 mutmaßliche Terroristen in Pakistan und 17 mutmaßliche Terroristen im Jemen untersucht. Ihr Ergebnis: Am Ende starben 34 der ins Visier Genommenen, doch mit ihnen weitere 1.147 Menschen, darunter etwa 150 Kinder.

Die offiziellen Kriege der USA in 2015 wurden geführt in Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia, Jemen, Kuba, Niger, Tschad, Uganda, Ägypten, Jordanien, Kosovo, Zentralafrikanische Republik und Tunesien.

Insgesamt beliefen sich die Militärausgaben für 2015 auf mehr als 595 Milliarden Dollar. Rechnet man alle Militärausgaben der USA zusammen, kommt man auf eine Summe von mehr als eine Billion Dollar, da viele als zivil deklarierte Ausgaben auch militärisch genutzt werden. So bezieht die Begrifflichkeit „military budget“ die Ausgaben des Energieministeriums für die Lagerung und Instandhaltung der nationalen Atomwaffen mit ein, während der Begriff „defense budget“ dies nicht tut. Im „defense budget“ enthalten sind ebenso wenig die Kosten für laufende Großeinsätze wie zurzeit im Irak und in Afghanistan, die gesondert aufgeführt werden.

Insgesamt entspricht das so gemeldete Militärbudget des Jahres 2016 der USA mit 611 Milliarden dem von China, Russland, Großbritannien, Frankreich, Japan, Indien, Saudi-Arabien, Deutschland, Brasilien, Italien, Südkorea, Australien und Kanada zusammengerechnet (lt. Zahlen von 2012).