14. August 2018 | 8:59
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Geschichte und Politik sind letztendlich immer eine Frage der Macht.

Frei bearbeitet Auszüge auch dem Buch „Das Gegenteil ist wahr – Band 1“ von Johannes Jürgenson.

Im Mittelalter lag die Macht beim Adel, der sie weitervererbte. Daneben entwickelten sich verschiedene Kirchen, die mit religiösen Tricks (Handel mit Schuld und Vergebung und virtuellen Gütern wie Paradies oder ewiger Verdammnis) in gegenseitiger Konkurrenz dem Adel ein beachtliches Stück seiner Macht abluchsen konnte.

Die dritte Partei im Kampf um die abendländische Macht war ein durch Handel reich gewordenes Bürgertum, wobei Namen wie die Fugger oder die Medici hervorstechen. Sie benutzten weder alte Ansprüche noch religiöse Mythologie, sie benutzten als Hebel das Geld.

Genauer gesagt: den Zins. Die ursprüngliche Ächtung des Zinsnehmens wurde mit Beginn der Neuzeit zunächst unterlaufen und später beseitigt. Damit war der Weg zu gigantischen Vermögensanhäufungen frei geworden, die nur dem verständlich sind, der die mathematischen Auswirkungen des „exponentiellen Wachstums“ verstanden hat, denn nichts anderes ist der Zinseszins.

Nur zwei bis drei Jahrhunderte hatten ausgereicht, riesige Vermögen in privaten Händen zu akkumulieren, die jene der meisten Fürsten überstiegen. Daraus folgte quasi automatisch die Übernahme der Macht durch die Aufsteigerklasse der Finanzelite, wenn auch zunächst nicht sichtbar, da die Aristokratie zumindest offiziell weiter politisch an der Macht blieb. Ihre Pläne gingen aber noch weiter, denn sie waren, wie alle Mächtigen, vom Fluch der Macht infiziert: Wer viel hat, will noch mehr, und wer mehr bekommt, der will eines Tages alles. Dieser Zeitpunkt war für die Finanzelite vor etwa 200 Jahren gekommen, als die ersten Pläne zu einer Weltherrschaft unter Führung eben derselben „Elite“ (die sich auch durchaus als solche versteht) geschmiedet wurden.

Macht lässt sich aber nicht abschaffen, die Summe der Macht bleibt immer gleich. Um Macht zu gewinnen, musste man sie denen wegnehmen, die sie ausübten, und das waren damals die Fürsten. Als Hebel zur Entmachtung benutzte man demokratische und sozialistische Ideen, die durch die Presse und freimaurerische Zirkel unters Volk gebracht wurden. Dabei bestand aber nie die Absicht, dem Volk wirklich Macht zu überlassen – das Volk diente immer nur als Kanonenfutter für Revolutionen, Kriege und Umstürze.

Um diese Tatsache zu verschleiern, wurde die „Demokratie“ erfunden. Der Trick dabei war, zwischen dem Volk und der Regierung die Institution der „Parteien“ als Puffer zu schalten, gewissermaßen zur Umleitung von Macht und Einfluss. Die Parteien ließen ihre Vertreter zwar vom Volk wählen, unterwarfen sich aber nicht dem direkten Mandat des Volkswillens (sonst wären Entscheidungen wie z. B. die Euro-Einführung oder die Europäische Verfassung unter dem Namen „Lissabon-Vertrag“ gegen den Willen des Volkes niemals möglich gewesen). Dadurch sind die Parteien für andere Einflüsse offen: Man nennt das heute harmlos „Lobbyismus‘: Der ständige Geldhunqer der Parteien und ihrer Führung macht sie manipulierbar für diejenigen die das System erfunden haben, nämlich die Finanzelite.

Über denselben Hebel, das Geld, werden auch sozialistische und kommunistische Regierungen kontrolliert; je ineffizienter sie sind, desto besser, weil sie umso mehr auf Fremdfinanzierung angewiesen sind.

Doch ein neuer Konkurrent um die Macht war inzwischen aufgestiegen: Die Klasse der Industriellen, die dank der erfolgreichen Naturwissenschaften rasch zu Geld und Ansehen gekommen war. Diese Industriellen ließen sich zwar ebenfalls über Geld und Kredite kontrollieren, aber nur, wenn sie Geld und Kredit brauchten. Um ihren Einfluss zu brechen, musste man sie unter Druck setzen – unter den Druck ihrer eigenen Angestellten, von deren Arbeit sie abhängig waren. Dafür entwickelte man „sozialistische“ Ideen. Diese ließ man von einem geeigneten Boten veröffentlichen.

Der nannte sich Karl Marx und schürte den noch heute schwelenden Konflikt zwischen Arbeiter- und Industriellenklasse. Diese nannte Marx zwar „Kapitalisten“, aber die gesamte sozialistische und kommunistische Politik ging seltsamerweise immer nur gegen produzierende Industrielle und Agra Betriebe vor, niemals aber gegen ihren Schöpfer, den Finanzkapitalismus. Bis heute durchschaut kaum jemand diese geschickt angelegte Begriffsverwirrung.

Damit wurde die Konkurrenz der Industriellen unter politischem Druck gehalten, bis man durch Steuern, Abgaben und mit Hilfe der Gewerkschaften den Kostendruck soweit gesteigert hatte, dass die legale Übernahme durch die Hochfinanz über die Kredite ihrer Banken stattfinden konnte. Dieser Prozess steht heute kurz vor seinem Abschluss: Nur wenige Unternehmen sind de facto noch in freier, privater Hand, ohne Kredite und unabhängig vom internationalen Finanzsystem.

Die „soziale Situation der Arbeiter“ wurde zwar als Argument benutzt, hat aber dabei nie wirklich eine Rolle gespielt. Der Beweis dafür ist, dass sie heute im Grunde nicht besser ist als vor hundert Jahren: Bescheidener Wohlstand für die, die Arbeit haben und Elend für die, die aus dem System heraus gefallen sind – und die ständige Angst im Nacken, selbst irgendwann da herauszufallen. Diese Angst bewirkt damals wie heute die perfekte Kontrolle der Arbeiterschaft.

Die interne Kontrolle mittels „Kredit“ und „Schuld“ wurde sukzessive vorangetrieben und machte einen großen Schritt nach vorne mit der Einführung der Nationalbanksysteme. In den USA erfolgte diese 1913 mit der Gründung des „Federal Reserve“ Systems. Das Prinzip ist im Grunde ganz einfach: Der Statt tritt das Recht auf die Ausgabe der Währung an die Nationalbank ab. Diese ist nun für das nationale Geld verantwortlich, das sie ganz nach den Erfordernissen der Wirtschaft druckt und das der Staat in Umlauf bringt, indem er es von der Nationalbank zur Verfügung gestellt bekommt. Dafür zahlt der Staat der Bank, wie jeder andere auch, Zinsen.

Kriminell wird die Sache aber dadurch, dass die Nationalbank nicht dem Staat gehört, sondern einem privaten Bankenkonsortium der Hochfinanz! Und das nicht nur in den USA, sondern mittlerweile in allen Staaten der Welt, einschließlich der „sozialistischen“ Staaten.

Diese sogenannten „Staatsschulden“ sind mittlerweile so hoch, dass sie unmöglich zurückgezahlt werden können. Aber das verlangt auch niemand – die Nationalbanken, d. h. die Hochfinanz, begnügt sich mit der pünktlichen Zahlung der Zinsen, welche im BRD Haushalt im Jahre 2015 den drittgrößten Posten ausmacht, denn damit ist gewährleistet, dass die Schuld selbst nie abgetragen werden kann.

Schon vor Einführung dieses genialen Systems, von dem fast niemand etwa weiß, weil auch Wirtschaftsstudenten von der privaten Geldschöpfung der FED nichts erfahren, war klar, dass das normale Steueraufkommen die Mehrbelastung durch die Zinszahlungen der neuen „Staatsschulden“ nicht verkraften würde.

Man führte als neue Steuer die „Einkommenssteuer „ein. Als das nicht reichte, erfand man ständig neue Steuern (Mehrwertsteuer, Ökosteuer, etc.], die aber durch die exponentielle Zinsdynamik ständig erhöht werden müssen.

Das deutet im Klartext: Wir, die Steuerzahler, zahlen via „Staatsschulden“ einen beträchtlichen Teil unserer Einkünfte direkt an die Hochfinanz. Als „Gegenleistung“ drucken jene die Geldscheine und vergeben Kredite von unserem eigenem ehemaligen Geld. Milliarden von Steuerzahlern weltweit wurden so zu den vielen kleinen Goldeseln der Finanzelite.

Ohne dieses System gäbe es wahrscheinlich Wohlstand für alle, und dank Technik und Industrialisierung bräuchte man dafür nur halb so viel zu arbeiten, weil der erwirtschaftete Mehrwert nicht mehr via Steuern und Staatsschulden von der Hochfinanz abgeschöpft würde. Die Steuern könnten radikal gesenkt werden, wenn sie nur noch für ihren eigentlichen Zweck, nämlich das Gemeinwohl, benötigt würden. Wir bezahlen unsere eigene Knechtschaft.

Die G R O S S E N hören auf zu herrschen,

wenn die K L E I N E N aufhören zu k r i e c h e n.“

Friedrich Schiller

 

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