21. August 2017 | 21:43
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Brexit, und wann dürfen wir gehen?

Die Briten haben es gewagt, sie wollen nicht mehr ihre Rechte und ihr Geld an die EU abgeben. Sie wollen wieder selbst bestimmen wie ihre Gurken aussehen und welche Glühlampen sie verwenden dürfen.

Wir befinden uns im Jahre 2016 n.Chr. Ganz Europa ist von korrupten Politikern und geldgeilen Hedgefonds besetzt… Ganz Europa? Nein! Eine von unbeugsamen Briten bevölkerte Insel hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.

Und schon überschlägt sich die gleichgeschaltete BRD-Staatspresse, ganz vorn dabei die Bild-Zeitung. Stopp, bei dem Vergleich könnte manche unbedarfte Seele glauben, die Bild–„Zeitung“ wäre so etwas wie ein Presseorgan. Obwohl, fast stimmt es ja. Sie ist ein Organ, das sehr viel mit täglichen Pressen zu tun hat, eben ein Press-organ.

Aber zurück zum Thema, so überschütten uns jetzt die Pressorgane mit den Auswirkungen die der Brexit auf uns alle hat. Legen sie sich schon mal ein paar Lebensmittel zurück, lautete doch eine der Schlagzeilen „Warum der Brexit weltweit den Wohlstand gefährdet!“ Weiter schreibt die Süddeutsche zum Beispiel: „Man muss nicht weit fahren, um die Provinzialität dieser Entscheidung zu erfassen. Spätestens dort, wo die Menschen wirklich existenziellen Problemen ausgesetzt sind, etwa in Syrien, herrscht Entsetzen über diese Weltabgewandtheit.“. Grauen durchzieht mein Hirn! Wollen jetzt etwa die Syrer nicht mehr zu uns kommen? Was machen wir denn ohne sie?
Diese Entscheidung ist also laut SZ.de ein Schritt gegen die Globalisierung? Gut so, denn wie sagt schon Henry Kissinger, Deutschamerikaner und amerikanischer Außenminister: „Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft.

Aber gleich darauf die nächste Horrormeldung. Am Morgen nach der Entscheidung verlor das Pfund ganze 9 Cent zum Euro! Wow, da macht meine Tankstelle beim Spritpreis regelmäßig schnellere und größere Sprünge. Also weiter, was bedeutet der Brexit für Reisende? Also gerade haben wir gehört das Pfund verliert gegen den Euro, also wird der Urlaub auf der Insel billiger, auch mit dieser Wirkung kann ich notfalls leben. Grenzkontrollen gab es übrigens auch bisher, denn Großbritannien gehört nicht zum Schengen-Raum. Neue Frage: Droht denn Europa jetzt eine neue Wirtschafts- und Finanzkrise? Wieso, ist die letzte Krise denn schon vorbei, dass wir schon wieder eine neue beschwören müssen?

Nur unsere Volkszertretern geht der Arsch auf Grundeis, haben Ihnen doch die Britten gezeigt dass die wahre Macht immer noch vom Volk ausgeht, jedenfalls in den anderen Ländern. Sigmar Gabriel hielt sich auf Twitter kurz und postete: „Damn! Ein schlechter Tag für Europa.“ Einem deutschen Politiker hätte ich zugetraut seine Kommentare auch in Deutsch zu schreiben. Aber wie sagte schon der geniale Uwe Steimle so schön, „Sigmar Gabriel… also Dick und Doof waren früher zweie.“ Hoffen wir, dass unser Sigmar nicht am eigenen Ersprochenen erstickt.

Der Spiegel, das ehemalige Nachrichtenmagazin, jetzt die Spritzpistole der Angela Merkel, hat als einzige ernsthafte Folge des Brexit folgendes Zitat geliefert: „Andere Mitgliedsländer könnten dem Vorbild Großbritanniens nacheifern und ihre Bürger ebenfalls über einen Austritt abstimmen lassen. Die führenden Akteure der EU müssen sich überlegen, wie sie einen Zerfall verhindern.“ Also auch hier wieder eine ganz klare Trennung zwischen Bürgern und Politiker, so dürfen unseren nicht gewählten (oder haben Sie irgendeinen von denen gewählt?) EU „Akteure“ doch nicht den Bürgern das Entscheiden überlassen.

Aber die schlimmsten Folgen des Brexit bekommen wieder mal die Deutschen selbst zu spüren. So titelt der Stern, auch so eine standardisierte Parteizeitung der Kapitalistischen Einheitspartei Deutschlands: „Der Brexit lässt Merkel nur eine Wahl: noch einmal Kanzlerin werden.“

Haben sie aus den Beispielen und den anderen Informationen versucht zu verstehen was das wirklich für Auswirkungen für Sie persönlich hat?

Lassen sie mich das bitte für sie zusammenfassen: Keine. Es bleibt alle beim Alten, nur müssen die Deutschen jetzt den Anteil der Briten, die immerhin nach Deutschland der zweitgrößte Einzahler der EU waren, übernehmen. Es müssen die ca. 11 Milliarden Euro der Britten, zuzüglich der 15,5 Milliarden die wir jetzt schon zahlen, an Brüssel überwiesen werden. Aber das machen wir doch gerne, da erhöhen wir einfach weiter die Steuern und 120% der Bildleser sind dafür.

Stop, mehr zahlen geht ja im Moment nicht, Frau Merkel braucht ja mehr Geld für Waffen, so hatte sie doch die unverfrorene Frechheit am Tage des 75. Jahrestages des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion eine massive Erhöhung der Militärausgaben zu fordern. Sie will erreichen, dass die BRD nicht wie bisher 34 Milliarden, sondern mindestens 60 Milliarden Euro für die Verteidigung ausgibt. Da werden die ganzen bösen Staaten die uns dauernd angreifen aber zittern. Aber die lieben Banken leihen uns sicher noch ein wenig Geld, sind doch nur die Zinsen schon die drittgrößte Ausgabe im Bundeshaushalt. Und dabei ist noch keine Tilgung geplant, es wurde bisher nicht ein einziger müder Cent zurückgezahlt.

Aber so schlimm wie es aussieht ist das alles gar nicht. Schon wenige Stunden nach der Entscheidung und noch vor dem eigentlichem Ende der Auszählung der Stimmen wurde der Brexit auf die zweiten Seiten verschoben und die wichtigsten Themen in der deutschen Medienlandschaft waren die Haarfarbe von Helene Fischer, Gotteskrieger des IS und die geplante Schönheitsoperation des George Clooney.

Mir stellt sich jetzt nur noch die Frage, wann dürfen wir endlich die EU verlassen und wann wird endlich mal der deutsche Bürger gefragt was er will?

Beenden möchte ich diesen Beitrag mit einer Zusammenfassung die Hans Herbert von Arnim in seinem Buch „Das System“ beschreibt:

Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat;
er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat;
er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen ‑
mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde.
Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.

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